Chroniken eines Mobbing Betriebs

Geschichten von  glücklichen Kühen und glücklichen Menschen

Oder anders…

Unternehmensführung aus Landwirtschaftlicher Sicht

Er war ein ruhiger Typ, Mitte 20 und wirkte anders, regelrecht verschlossen. Eine einfache Hilfskraft, kam pünktlich und ging meist ebenso pünktlich. Er hatte das riesen Glück (Pech) in einer Abteilung mit ausschließlich  netten Damen arbeiten zu dürfen. Er verrichtete sein Werk Tag ein Tag aus mit so einer stoischen Konsequenz, das es regelrecht Ehrfurcht gebietend war. Riesige Berge von Arbeit bewältigte er ohne Murren, oder auch nur ein Wort zu sagen. Wie schaffte er es diese monotone Tätigkeit so souveräne, ohne mit der Wimper zu zucken? Er machte seinen Job. Tag ein Tag aus. Jahr für Jahr. Er redete nicht viel, dafür arbeitete er um so mehr.

Und das wusste man zu würdigen. Ein Mädchen für alles. Wo gerade Not am Mann, da war er. Wo es hart auf hart kam, da war er. Der schnellste in der Auffassung einer neuen Aufgabe war er zwar nicht, aber er lernte es. Und wenn er es gelernt hatte, dann machte er die Dinge Richtig gut. Keiner konnte es ihm nach machen. Er war wie eine Maschine. Was für ein Glück für ihn. Denn so  wurde sein Aufgabenbereich immer grösser, mal da, mal dort. Meist aber dort wo es um unliebsame, anstrengende Tätigkeiten ging.

Alle waren glücklich.

Man hatte schließlich Spaß im Job. Jeden Tag gab es auch viele interessante Dinge zu bereden. Und wie das so ist in einem Produktion Betrieb, so hat man die einzigartige Möglichkeit Gutes zu tun und Menschen zu helfen. Und Hilfe hatte hier ja auch dieser Typ besonders nötig. Es war klar ersichtlich das mit ihm etwas nicht stimmte, das war den Damen klar.

Ja, ja, heute hat er wieder so merkwürdig geschaut. Ich weiß ich hab gehört der hat Probleme zu Hause. Darum ist er sicher so.

Heute war er wieder so schlecht aufgelegt. Da hat es sicher wieder etwas bei ihm zuhause gegeben. Es ist schon schlimm dass ein Mensch solche Probleme hat.

Vor lauter Mitleid beschloss  man ihm wie gesagt zu helfen. Und wie kann man jemanden besser Helfen als mit Arbeit? Gerade in der Zeit wo besonders viel zu tun ist.

Und wenn dem mal nicht der Fall ist, so gibt es ja doch auch in anderen Abteilung immer wieder genug zu schaffen. So kam der Tag an dem es wieder viel zu bereden gab. Alle waren gut gelaunt und ausreichend  mit Kaffee und Kuchen versorgt, als plötzlich eine schallende Männerstimme durch den Raum fuhr.

Es war entsetzlich, der Kaffee einer netten Dame war auf dem Kuchen verschüttet und diese schallende Männerstimme hatte sich doch erdreistet zu fragen warum sie nicht den Auftrag selbst macht?

Was ist bloß los mit den Typ? Eine Frechheit sonder gleichen! Wie konnte er so etwas fragen? Sieht er nicht das wir hier etwas wichtiges Besprechen? Das muss dem Betriebsleiter gemeldet werden! Der ist eine Gefahr, wer weiß was mit dem nicht stimmt!?

Es werden wohl seine Probleme sein die er privat hat! Ganz sicher ist es so! Komische Leute gibt es doch auf dieser Welt.

Der Betriebsleiter war durch seine Jahrelange Erfahrung, die Kompetenz in Person und erkannte sofort das Problem. Hier wurde ganz klar überreagiert. Die Damen des Hauses wurden mit sanften, kuscheligen Worten in ihrem Entsetzen über diesen rüden, sonderbaren Typen beruhigt, der sich hier angemaßt hatte in diesen lauten Ton eine Frage zu stellen. Es war schlimm zu beobachten wie dieser Typ doch so ernsthafte Probleme zu Hause gehabt haben musste. Aber das ist eben so bei Menschen die eine schwere Kindheit hatten.

Der Abteilungsleiter hatte das Problem wie erwartet fachlich und menschlich perfekt gelöst und so konnten alle wieder glücklich sein.

Es war ein tolles Arbeiten, es war ein tolles Team! Gemeinsam konnten sie Geld verdienen. Und das wo dies bekanntlich sehr schwer ist wenn die Auftragslage GUT ist! So ging es Tag ein Tag aus, doch plötzlich wurde die Arbeit weniger, und die Probleme des Typen merkwürdigerweise immer grösser.

Ein armer Mensch! Warum redet der mit niemanden? Was stimmt mit ihm nicht?

Er redet meist nur mit dem anderen Typen aus der anderen Abteilung da. Dem Aufreißer, der eine nach der anderen flach legt. Das hört man was der so treibt. Ja der andere hat sich auch verändert. Der war früher mal anders. 

Schlimm so etwas wie sich Menschen aufgrund von privaten Problemen immer mehr zum schlechten verändern.

Seit dem er mit dem anderen Typen aus der anderen Abteilung da abhängt ist sein Verhalten noch schlimmer geworden! Der hat sicher eine schlechten Einfluss auf ihn. Das ist eindeutig zu sehen.

Der hat von ihm abgefärbt.

Es war schön sich mit den Kollegen über die Probleme austauschen zu können, um so die besten Maßnahmen gegen die mangelnde Auftragslage setzten zu können. Gemeinsam konnten sie dies meistern. Das Problem war klar, hier gab es Menschen die nicht gut für den Betrieb waren. Schlimme Menschen, schlechte Menschen.

Sie waren schlecht für den Betrieb, besonders in dieser schwierigen Zeit. Sie arbeiten mehr als die anderen, aber sie hatte einfach einen schlechten Charakter oder hatten psychische Probleme. Das wusste jeder der noch nie mit diesen Leuten privat Kontakt hatte.

So schön und erfolgreich dieses kommunikative Arbeiten zu Problemlösung der wirtschaftlich schwierigen Lage auch war, so konnte es das Unvermeidliche nicht abändern.

Denn es kann ja bekanntlich leider nicht immer rosige Zeiten geben. Die Wirtschaft geht mal bergauf und mal bergab und hier trennt sich dann die Spreu von Weizen.

Und zwar die Mobber von den Gemobbten.

Und dies besonders dann wenn das obere Management  die Vorteile der Landwirtschaftlichen Unternehmensführung, Zwecks Personalabbau erkannt hat.


Unternehmen:   Unbekannt

Autor :                Unbekannt